Himbeere mit Wohlklang

Da das analoge Radio wohl über kurz oder lang „abgeschaltet“ werden wird und der Empfang im Esszimmer trotz kleiner Wurfantenne nicht berauschend ist, habe ich vor längerer Zeit ein Dual Internetradio erworben. Leider hat sich diese Investition aus verschiedenen Gründen als Flop herausgestellt. Neben der umständlichen Bedienung und einer (fast) unbrauchbaren Fernbedienung kann dieses „Unding“ nur ganz beschränkt Musik wiedergeben, die vom NAS via UPnP-Server bereitgestellt wird. Bei einer umfangreicheren Sammlung von Musik in den verschiedensten Formaten ein „No-Go“.

Seit einigen Tagen spielt am „Einfachverstärker“ eine Kombination aus einem Raspberry 3, einem DAC von Audiophonics und einem dazu passenden Gehäuse.

Das gesamte Kit kann entweder „fertig“ oder als DIY-Kit bei Audiophonics erworben werden. Der etwas günstigere Preis und die Aussicht, mal wieder etwas „zu basteln“ ließen mich nicht zum Fertiggerät greifen…

Nachdem das Kit (zunächst ohne Netzteil) innerhalb einer Woche bei mir eintraf, konnte ich es innerhalb von ca. 30 Minuten zusammen bauen. Eine microSD-Karte mit dem piCorePlayer hatte ich schon vorbereitet und an meinem Raspi 2 getestet. Der bescheidene Klang des Kopfhörerausgangs war der Grund, einen DAC anzuschaffen. Die Wahl zugunsten des piCorePlayers beruhte auf dem ihm zugrunde liegenden Konzept der Sqeezebox von Logitech. Dadurch können mehrere Player einfach gesteuert und synchronisiert werden. Außerdem (für den WAF ganz wichtig!) kann ein Favorit eingestellt werden, der beim einschalten automatisch wiedergegeben wird. Ideal, um Morgens immer mit WDR 2 „berieselt“ zu werden. Das etwas größere Gerät habe ich wegen der OLED-Anzeige und der Möglichkeit zur Nachrüstung einer IR-Fernbedienung erworben – und damit begannen die Probleme…

Der Lieferung war (und wird auch nicht!) keine Anleitung beigelegt. Es gibt lediglich ein Video des Zusammenbaus auf Youtube. Insbesondere die Ansteuerung des Displays erweist sich dabei als Stolperfalle, da der Raspi vom DAC mit Strom versorgt wird und die am DAC herausgeführten Steckerleiste eine andere Belegung hat, als die GPIO des Raspi. Für diejenigen, die den Nachbau erwägen hier einige Informationen:

  • Für den Betrieb des Displays müssen einige Extensions installiert werden: nano, python, wiringpi, python-rpi gpio und python 3.4
  • Für den beleuchteten Schalter gibt es eine Extension von Audiophonics, die direkt aus dem sourceforge repository geladen werden kann
  • Die Belegung der GPIO-Pins für das Display ist: OLED_DB4=25, OLED_DB5=24, OLED_DB6=23, OLED_DB7=27, OLED_RS=7, OLED_E=8
  • Da der PiCorePlayer das Betriebssystem nach dem Start in das RAM lädt (dadurch wird die SD-Karte nicht durch Schreibzugriffe „abgenudelt“) müssen bei jeder Änderung an den Skripen die Änderungen mittels „Backup“ von der Mainpage gesichert werden, damit sie beim nächsten Start noch vorhanden sind!

Hilfreiche Beiträge fand ich hier:

Sollten noch Fragen auftauchen… Bitte einen Kommentar hinterlassen.

 

Musiktipp passend zum Wetter

Beach Boys - Endless SummerPassend zur derzeitigen Wetterlage habe ich heute nach einer kurzen Plattenwäsche das gestern angekommene Album der Beach Boys „Endless Summer“ aufgelegt. Vor einer kurzen Radtour musste ich mal eben die Pressqualität dieser von Capitol neu aufgelegten Platte kontrollieren. Die 180 gr. Pressung kommt in einem schönen Klappcover und soll laut Aufkleber von „Audiophile Quality“ und „Faithfully Restored“ sein. Tatsächlich ist die Klangqualität wirklich sehr gut; die verwendeten Papier-Innenhüllen und die Vinylreste rund um das Mittelloch zeugen allerdings nicht von einer wirklichen Qualitätskontrolle. Das Mittelloch der zweiten LP ist etwas zu klein – mit etwas Nachdruck kann man die Platte aber auflegen. Warum allerdings Die LP-Seiten in der Reihenfolge 1-4 / 2-3 gepresst wurden erschließt sich mir nicht wirklich… Trotzdem ein Kauftipp! Ich habe meine Platte (zusammen mit einigen anderen) bei jpc erworben.

Ein kleines bisschen Jazz

Beim säubern und hören meiner Schallplatten fiel  mir heute Abend „We get requests“ von Oscar Peterson in die Hände. Meine Original-Aufnahme von VERVE aus dem Jahr 1965 knistert trotz der Behandlung auf der Platten-Waschmaschine (immer noch erträglich) vor sich hin. Da ich eh am Rechner saß, suchte ich kurz bei YouTube und fand gleich zwei Videos des sicher bekannten Stücks „You look good to me“. Hier eine älter Aufnahme:


Und hier eine neuere Aufnahme. Dabei muss man anmerken, dass Oscar Peterson nach einem Schlaganfall nur noch mit der rechten Hand Piano spielt…


Auch wenn diese Schallplatte auf HiFi-Messen und bei Lautsprechervorführungen ohne Ende „abgenudelt“ wurde – die Musik rührt mich nach wie vor an! Wenn sie gefällt, empfehle ich für die „Digital-Fraktion“ die CD von VERVE (Master Edition, die mit Klappcover der LP nachempfunden wurde ), oder gleich die analoge Nachpressung, die man natürlich nur mit einem Plattenspieler abspielen kann 😉

Die Aufnahme aus dem Jahr 1965 besticht durch ihre Räumlichkeit (kein „Ping-Pong-Stereo“, sondern eine kleine Besetzung im Studio: Schlagzeug links hinten, Piano in der Mitte, Kontrabass rechts) und die Klarheit der Aufnahme. Hier brummt der gestrichene und gezupfte Kontrabass und das Piano „perlt“ aus den Lautsprechern. Links streicht der Besen auf dem Schlagzeug – bei einer Lautsprechervorführung sagte der Verkäufer „wie Perlen, die in den Raum geworfen werden“. So ist es!

 

Spaßfaktor! Fußwippfaktor!!

Nachdem ich über vier Jahre lang zufrieden mit einem Thorens TD 160 in „leicht geänderter Zarge“ und einem darauf angebrachten Jelco SA 250 ST-Tonarm und einem Ortofon VM Red zufrieden Musik gehört habe, ist am letzten Wochenende ein neues HIFI-Spielzeug in mein Musikzimmer eingezogen. Ein Thorens TD 320 MK III hat seinen Weg zu mir gefunden, dem ich mit einer Adapterplatte den Jelco Tonarm angebaut habe:

Thorens TD 320 MK III mit Jelco SA 250 ST

Wobei die Überschrift „Spaßfaktor“ sich auf das untergeschnallte Shelter 201-System bezieht. Es spielt einfach nur frisch mit gut konturierten Bässen, klaren Höhen und einer sehr guten räumlichen Auflösung und Tiefenstaffelung auf! Ein Preis-Leistungs-Tipp!

Shelter 201

Da hier noch ein Thorens TD 321, eine Jelco SA 250 und ein Rega RB 250 auf ihren Einsatz warten, sollte ich mir mal wieder Zeit für mein Hobby Musik nehmen…

Richtig verkaufen …

auf einer Internet-Auktionsplattformen will gelernt sein. Man muss seine Ware richtig beschreiben, den „richtigen“ Preis finden, aussagekräftige Fotos schießen und so weiter. Schließlich hat man keine Möglichkeit, Fragen des interessierten „Besuchers“ direkt zu beantworten. Und wenn man das Interesse nicht wecken konnte…

Diese Artikelbeschreibung einer laufenden Auktion schlägt dem Fass die berühmte Krone ins Gesicht:

versteigere hier einen hochwertigen Yamaha MD Recorder, ohne FB, optisch ist das Gerät gut erhalten, zum technischen Zustand ist zu sagen: das Gerät geht an doch es erkennt keine MD`s, aus diesem Grund biete ich das Gerät als defekt für Bastler an, für Bastler bestimmt dennoch ein sehr interessantes Gerät, eine persönliche Abholung wäre angenehm denn dann kann der Gewinner dieser Auktion sich vom ordnungsgemäßen Zustand des Gerätes überzeugen

Das Symptom ist mir übrigens bekannt. MD-Recorder von Yamaha neigen dazu, eingelegte Discs nicht mehr zu erkennen. Der Schreib- / Lesekopf ist schlicht „hinüber“ und das Gerät in die Kategorie „Edelschrott“ einzuordnen. Eine Reparatur ist wegen der nach dem Kopftausch erforderlichen Einstellungsarbeiten absolut unwirtschaftlich. Warum soll ich mich dann noch durch einen Besuch beim Verkäufer von diesem „ordnungsgemäßen“ Zustand überzeugen?

In memorian: Oscar Peterson

Am 23. Dezember verstarb Oscar Peterson externer Link im Alter von 82 Jahren. Ironie des Schicksal – ich hatte mir die Neuauflage seines Klassikers „We get requests“ vor einigen Wochen gekauft und dann „als Geschenk“ zu Weihnachten überreichen lassen…

We get requests - Oscar Peterson Trio

Für mich zählt „We get requestes“ zu den Platten, die man(n) einfach in seiner Sammlung haben sollte. Auch wenn „You look good to me“ landauf und landab in HiFi-Läden und auf Messen bei Lautsprechervorführungen immer wieder gespielt wird und so bei vielen Hörern dieses „Ich kann es nicht mehr hören“- Gefühl hervorruft.

Neben den wohl besser bekannten Ohrwürmern „The girl from Ipanema“ und „Have you met Miss Jones“ überzeugt das Trio (damalige Zusammensetzung: Oscar Peterson – Piano, Ray Brown – Bass, Ed Thigpen – Drums) in dem Song „You look good to me“ durch sein kongeniales Zusammenspiel. Die Aufnahme aus dem Jahr 1965 ist noch im klassischen „2-Lautsprecher-Links-Rechts-Stereo“ aufgenommen; aber das in einer Klangqualität, die heute vielfach ihresgleichen sucht. In einem einleitenden Klavierpart von Oscar (Mitte) wird rechts der Bass von Ray gestrichen, danach wechselt das Klavier zum eigentlichen Thema, links wird das Becken von Ed mit den Besen bearbeitet und rechts wird der Bass gezupft. Ein Stück, welches einfache Lautsprecher und schlechte Lautsprecher- / Subwoofer-Kombinationen schnell überfordert.

Ein Muss für jede Musiksammlung, ein Mensch, der schwere Schicksalsschläge mit Hilfe der Musik meisterte. Der Kommentar bei You Tube zu dem nachfolgenden Video: “ i’m 15 yrs.old and i think that this guy is amazing.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!


Auflösungserscheinungen

Die Sicken meiner Lautsprecher haben die sonnige Südlage des Wohnzimmers nur 8 Jahre überlebt. Trotz (fast) regelmäßig geschlossener Jalousetten sind die Sicken eingerissen. Na ja, es sind ja Chassis des bekannten „Preiswert“-Herstellers Mivoc , denen zwar ein gutes Preis-Leistungsverhältnis nachgesagt wird, um deren Langezeitstabilität es aber wohl nicht zum besten bestellt ist. Also müssen demnächst neue Laustprecher her… Die Suche nach Chassis des Herstellers Eton ergibt dann diesen Treffer:

Guckst Du Eton - süper!

Immerhin schon 253 Besucher – Guckst Du…