Anschlagreiter für die Anschlagschiene des Festool Basis Plus [Final]

Wie im vorhergehenden Beitrag zu lesen war, hat meine erste Konstruktion im praktischen Einsatz nicht funktioniert. Nachdem ich nun wieder den Baumarkt besucht habe, liegen die Zutaten für einen funktionierenden Anschlag bereit.

Zuerst wurde der Kopf einer M 8-Schraube (M 8X40) mit dem Schleifmaschine bearbeitet, bis der Kopf zusammen mit der bearbeiteten Karosseriescheibe in den Anschlag passt:

Der Kopf der Schraube wurde etwas abgeschliffen

Viel wurde nicht abgeschliffen; es sollte so viel sein, dass sich die Schraube ohne „Hakelei“ in der Nut verschieben lässt. Ein Stück Multiplex wurde auf der Kreissäge so genutet, dass es möglichst mittig auf der Schiene aufliegt. Daran wurde der eigentliche Anschlag des vorherigen „Versuchs“ angeschraubt:

Der fertige Anschlagreiter

Nun kann eine Sterngriffmutter auf die Schraube aufgesetzt werden, die das ganze an beliebiger Stelle des Anschlages klemmt:

Der Anschlagreiter in seiner gedachten Funktion

Jetzt muss nur noch die Karosseriescheibe an der Schraube fixiert werden, da es manchmal etliche Umdrehungen braucht, bis die notwendige Klemmung aufgebaut wird, die den Anschlagreiter fixiert. Leider war mein 2-K-Kleber nicht mehr zu gebrauchen, also müssen ein paar Tropfen Sekundenkleber dafür herhalten. Nun kann ich die Kappfunktion der Säge endlich rationeller nutzen. Und über einen klappbaren Anschlagreiter mache ich mir Gedanken, wenn ich ihn benötige Von der Multiplexplatte liegt noch ein Stück auf der Werkbank…

Anschlagreiter für die Anschlagschiene des Festool Basis Plus

Viele Teile des Basis Plus-Systems sind noch erhältlich. Welche Teile das sind, kann man im „Elektronischen Katalog “ von Festool nachsehen. Leider sind die Kappanschläge und Anschlagreiter nicht mehr zu bekommen. Also muss man sich etwas „basteln“. Heute berichte ich von einem „Fehlschlag“. Mein Adapter hat zwar wunderbar gepasst, die Ausführung konnte jedoch nicht den beim klemmen entstehenden Kräften standhalten. Ich berichte trotzdem davon, weil man auch seine Misserfolge teilen sollte! Am Ende des Beitrages dann ein Ausblick auf eine funktionierende Lösung.

Zuerst die Maße des Anschlagprofils (das ist das „normale“ Profil, welches als Säge- und Kappanschlag benutzt wird!):

Die Masse der Festool Anschlagschiene

Für diese ungewöhnliche Breite und geringe Tiefe (Höhe) gibt es leider keine Nutensteine mit Gewinde, die man verwenden könnte; Schrauben passen auch nicht, da eine Schraube mit passendem Kopf von der Höhe her nicht in die nur 6mm hohe Nute passt. Meine Idee war es also, etwas zu bauen, was in die obere Führung der Schiene passt und sich darin verschieben lässt.

Zuerst habe ich mir aus einem Streifen Multiplex mit 21mm Stärke etwas „passendes“ geschnitten und mit der Säge passend genutet. An einer der beiden Seiten mussten mit der Oberfräse noch knapp 2mm entfernt werden, damit sich das Brett in den Anschlag einführen lässt:

Der Halter in der Schiene

Hier sieht man schon, dass das unten stehende Stück Multiplex sich schichtweise „auflöst“. Der Reiter bekam ein Bohrung, in die eine Einschraubmuffe (Rampamuffe) eingedreht wurde, die mit dem M 5-Gewinde eine Sterngriffschraube aufnimmt.

Der Halter mit Sterngriffschraube, die zur Klemmung in der Schiene gedacht ist

Leider habe ich im Baumarkt keine Eindrehschrauben mit Innensechskant bekommen. Rampamuffen lassen sich nur sehr schwierig gerade eindrehen. Bei mir war die Muffe letztendlich schief eingedreht.

Um den Abstand zwischen dem Halter und der Außenkante der Schiene zu überbrücken habe ich den eigentlichen Anschlag „flacher“ gemacht

Der bearbeitete Anschlag

Beide Teile werden nun zusammen geschraubt und in die Schiene eingeführt

Der fertige Anschlag in der Schiene

Leider ist beim ersten (vorsichtigen“ anziehen der Schraube die Multiplexplatte unterhalb der Nute wieder eingerissen. Das ist also keine haltbare Lösung!

Nach dem ersten Frust habe ich dann begonnen, meine Vorräte nach brauchbaren Alternative zu durchsuchen. Gefunden habe ich Karosseriescheiben mit einem ca. 9mm großem Loch, einem Durchmesser von 24mm und einer Stärke von 2mm. Wie man sieht, kann man diese mit der Schleifmaschiene passend herunterschleifen. Dann passen sie auch in die Führung der Schiene

Karosseriescheibe im Original und bearbeitet

Der neue Plan lautet also:

  • Schrauben M 8 besorgen und den Kopf so abschleifen, dass er mit der Scheibe in die Schiene passt
  • Sterngriffmutter M 8 besorgen
  • neuen Anschlagreiter bauen
  • Gedanken machen, wie dieser klappbar ausgeführt werden kann!

Ich werde berichten. Und ja, das Projekt „Oberfräse in den Basis Plus einbauen“ stockt im Moment, da ich noch keine Multiplexplatte dafür habe und noch Nutfräser mit Anlaufring benötige.

Einbau einer Oberfräse in den Festool Basis Plus [1]

Ich habe vor ca. 25 Jahren einen Festool Basis Plus mit dem Modul 1A/T und einer Tauchkreissäge ATF 55E gekauft. Dieser „Multi­funktionstisch“ konnte/kann mittels austauschbarer Module mit verschiedenen Einsätzen bzw. Elektrowerkzeugen bestückt werden. Neben dem Modul 1A/T, einer kombinierten Kreis- und Kappsäge (Zugsäge) gab es Module für die Oberfräse, eine größere Kreissäge, einen Walzenschleifer und eine Festool Stichsäge.

Zwischenzeitlich wurde das System durch das sog. „CMS – Compact Modul System“ ersetzt., welches die gleichen Funktionen bietet, sich aber teilweise grundlegend vom System Basis Plus un­terscheidet. So haben die Module (Einlegeplatten) z.B. die gleiche Größe, aber darin eingebauten Werkzeuge weisen garvierende Einschränkungen auf. Wird z.B. die aktuelle Handkreissäge TS 55 REBQ-PLUS (das Nachfolgemodell meiner AT 55 E) mit dem dazugehörenden Modul einge­setzt, lässt sich nur noch eine Schnitthöhe (-tiefe) im Tisch von ca. 30 mm erreichen, da die Be­dieneinheit des Moduls an die seitlichen Träger des Tisches anstößt. Ein Umstieg würde also eine komplette Neuanschaffung bedeuten, da eine Schnitttiefe von 30 mm nun wirklich nicht viel ist. Außerdem stünden die Kosten (für mich in keinem Verhältnis mehr, da ich für die Säge (damals) umgerechnet ca. 600 EUR bezahlt habe. Ein vergleichbares CMS-System (also Tisch und Säge mit passender Einlage) würden heute rund 1.200 EUR kosten…

Neben der Säge, wollte ich schon seit längerer Zeit meine ELU Oberfräse (MOF 96) in den Tisch einbauen. Module für den Ein­satz einer Festool Oberfräse (OF 1010) im Tisch (dann heißt das Modul 5 A) kosten bei ebay deut­lich über 300 EUR, dann aber noch ohne Oberfräse, die noch einmal gutes Geld kostet. Ich habe daher damit begonnen, mir (vorerst) für meine MOF einen eigenen Einsatz zu „schneidern“.

Sie sieht die Aufnahme im Tisch für die Module aus:

Die Aufnahme für Module im Basis Plus Tisch

Gut zu erkennen ist die abgerundete Aufnahme für das Profil des Moduls und ein eingelegter „Dämpfungsstreifen“. Auch ist die umlaufende Nute am Tisch zu erkennen, die es ermöglicht eige­ne Anschläge zu adaptieren. Hier lässt sich einfach eine 8 mm Schraube bzw. Mutter einschieben und zur Befestigung von Anschlägen nutzen.

In einem ersten Schritt habe ich mir eine Siebdruckplatte mit den Maßen 32,5 x 57,9 cm besorgt. Siebdruckplatte hat neben der Stabilität (es ist eine Multiplexplatte) den Vorteil, dass sie auf einer Seite mit einem Film beschichtet ist, der sie sehr glatt macht und so Werkstücke beim schieben über den Tisch nicht „bremst“. Die Platte habe ich mit dem kleinen Stationärtisch der MOF an den langen Seiten so genutet, dass sie jetzt in der Aussparung plan mit dem Tischgestell aufliegt:

Die fertig gefräste Platte im Tisch

hier ist die Nute an der Einlegeplatte zu sehen:

So sieht die fertig gefräste Platte von unten aus

Da ich ursprünglich Bedenken hatte, dass die Platte sich durchbiegen könnte, habe ich an den Stirnseiten Hölzer (ein Streifen 18 mm Multiplex) angebracht, die mittels eines aufgeschraubten Aluwinkels dafür sorgen, dass die Platte nicht verrutschen kann und und sich am vorderen und hin­teren Quersteg des Tisches abstützt. Aus verschiedenen (seriösen) Äußerungen habe ich zwischenzeitlich entnommen, dass eine Multiplex-Platte auch bei einer Stärke von ca. 6mm noch ausreichend Stabilität hat, um eine Oberfräse mit einem Gewicht von ca. 3 kg. zu tragen.

<Fortsetzung folgt>

Herbst

Aufgenommen mit Olympus OM-D E-M10 II mit einem Olympus OM-Zuiko MC Auto-S 50, 1:1.8 im Modus „A“, Blende 16, Belichtung 1/500, ISO 200. Das „Scharfstellen“ erweist sich trotz Fokus-Peaking bei der Einstellung „unendlich“ als relativ schwierig, wenn es keine Konturen gibt, an denen man bzw. die Elektronik sich orientieren kann… Das Objektiv hatte ich hier schon einmal mit zwei Bildern vorgestellt. Leider benutze ich es zu wenig.

Darf man sich über „Kundenservice“ lustig machen? [Update]

Eine große Elektronikkette hat mit ihrem Werbespruch „Geiz ist geil“ den Geist (Geiz) der Zeit geprägt. Deutsche Verbraucher jagen dem Schnäppchen hinterher und versuchen möglichst billig (nicht preiswert!) an Waren und Dienstleistungen zu kommen. Da zählt der Preis und die dafür zu erhaltende Menge. Neben Lebensmitteln bei denen man sich fragen muss, unter welchen Bedingungen diese produziert wurden, zählt auch bei Dienstleistungen nur, was der Anbieter dafür verspricht und welchen Preis er dafür erhalten möchte.

Da für die Produktion von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen bestimmte Fixkosten (Wareneinsatz, Einsatz von Technik, Einkauf von Dienstleistungen bei Vorlieferanten etc.) anfallen, kann man in der heutigen Zeit nur noch beim Einsatz menschlichen Schaffens (Personalkosten) etwas einsparen.

Wer kennt nicht die Horrorgeschichten von nicht erreichbaren Hotlines und automatisch abgewickelten „Geschäftsvorfällen“, die (für den Kunden) zu einem Desaster werden. Das menschliche Gegenüber oder die automatisch ablaufenden Prozesse verstehen nicht, was der Kunde letztlich will oder wollte.

(Genug der Vorrede!) Als langjähriger (relativ) zufriedener Kunde der Firma Fonic (ehemals ein Teil von O2, jetzt zum Telefónica-Konzern gehörend) hatte ich dort eine Tages-Flatrate für mein Notebook mit UMTS-Modem gebucht. Nach der wundersamen Einschränkung der damit zur Verfügung gestellten Datenmenge (siehe hier) erfolgte irgendwann eine Reduzierung des Preises auf 1,99 ER für jeden Nutzungstag.

Da ich das Notebook für berufliche Zwecke nicht mehr nutze, fielen natürlich auch seit längerem keine Kosten mehr an. Dies nahm Fonic zum Anlass, den Vertrag per E-Mail zu kündigen. Ich bestätigte die Kündigung schriftlich und bat um Überweisung des Guthabens auf mein Konto. Diese Kündigung wurde mir per E-Mail bestätigt. Knapp eine Stunde später erhielt ich dann eine „Bestellbestätigung“ über einen Fonic-Classic-Vertrag…

Da das Geschäftsgebaren von solch großen Konzernen natürlich nie durchschaubar ist, rief ich die Fonic-Hotline an, um zu klären, was ich denn nun bestellt habe. Die freundliche Mitarbeiterin erklärte mir, dass es sich um einen automatischen Prozess handelt; ich müsste mir keine Gedanken machen, da ich keinen Vertrag abgeschlossen hätte. Da Gespräche mit Hotlines zwar aufgezeichnet werden, aber im Zweifelsfall diese Aufzeichnung nicht zum Vorteil der Kunden verwertet werden, habe ich unter Verwendung des vorbereiteten Widerrufsformulars die Bestellung widerrufen. Die automatisch generierte E-Mail klärte mich darüber auf,

dass aufgrund einer erhöhten Anzahl von Anfragen die Beantwortung Ihrer E-Mail bis zu einer Woche dauern kann.

Schon am nächsten Tag erhielt ich eine E-Mail, in der mir der Widerruf bestätigt wurde.

Wir haben den Sachverhalt eingehend prüfen und teilen mit, dass es sich bei der zugestellten E-Mail um einen technischen Fehler handelt, welcher automatisiert den Versand der vorbezeichneten E-Mail ausgelöst hat.

Auch die von mir erbetene schriftliche Bestätigung der Kündigung ist zeitgleich bei mir eingegangen. Also ist alles „im Lack“… Oder doch nicht? Denn am heutigen Tag erhielt ich erneut eine Mail von Fonic:

Lieber Herr Karn,

Sie nutzen FONIC nicht mehr aktiv, das bedauern wir sehr.

Wie bereits angekündigt, erfolgt hiermit die Kündigung Ihres FONIC Mobilfunkvertrags mit der Rufnummer 0176/9696XXXX entsprechend Ziffer 10.1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit einer Frist von einem Monat.

Ab dem Zeitpunkt der Kündigung können Sie mit Ihrer SIM-Karte weder telefonieren noch angerufen werden.

Nun denn: wenn so viele automatisierte Prozesse dafür sorgen, dass ein Vertrag mit einem Kunden beendet wird, sollte ja nichts mehr schief gehen! Ich warte mal ab, wann ich die nächste Mail von Fonic erhalte – vielleicht will man mich ja doch als Kunden behalten…

Eine Alternative zur Fonic-Tagesflatrate wäre übrigens die „Data Start S“ der Telekom, die für täglich 2,95 EUR 500 MB an Datenvolumen bietet und das in einem Netzt, welches wirklich LTE bereitstellt und Daten überträgt 😉

Zum Abschluss einige Sätze von John Ruskin, die bereits andere Stelle zitiert wurden:

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

Fonic hat am 12.10. das Guthaben der Karte auf mein Konto überwiesen! Jetzt warte ich mal, ob in ein paar Wochen noch ein „Pfand“ für die nicht zurück gesandte SIM-Karte verlangt wird…

Linux scheitert an Ego­zen­t­rik

Unter diesem etwas provokanten Titel kommentiert Thorsten Leemhuis auf den Seiten von heise.de externer Link die „Vielfalt“ und Sonderwege von Linux-Distributionen, die (meiner Meinung nach) mittlerweile immer undurchsichtiger wird. Ich erspare es mir mal, hier eine Auflistung der „gebräuchlichsten“ Distributionen einzufügen.

Ich habe vor ca. 40 Jahre begonnen, mich mit dem Thema Computer zu beschäftigen. Mein „Einstiegsrechner“ war ein TRS-80 von Tandy/RadioShack, der zuerst überwiegend mit NewDOS betrieben wurde. Es folgten ein TI 88/4a von HP, ein C64, dann ein Commodore PC-10 II mit einer 20 MB-Festplatte. Danach habe ich über die Jahre meine PC’s immer selbst zusammengeschraubt und bin über MS-DOS 3.X bis zu Windows 95 damit immer ganz zufrieden gewesen. Irgendwann habe ich dann beschlossen, den Weg in die Apple Welt einzuschlagen und habe mir einen Mac Mini (PowerPC) zugelegt. Die „Einheit“ aus Hard- und Software hat es mir angetan! Nach einem 24-Zoll iMac (auch Power PC) wurde es schließlich ein 27-Zoll Core 2 Duo (Late 2009) iMac, den ich im letzten Jahr bei Gravis gegen ein iPhone SE eingetauscht habe…

Auf meinem Schreibtisch werkelt mittlerweile ein Intel NUC mit i5, auf dem Linux Mint läuft. Grund für diese Entscheidung waren zum Einen die ziemlich happigen Preise, die Apple mittlerweile für einen 27-Zoll iMac aufruft und die Daten-Sammelwut von Mircrosoft (hier beispielsweise, wie Office 365 Mitarbeitern „auf die Finger“ schauen kann externer Link), die mit Windows 10 eine neue Blüte erlebt.

Linux Mint erfüllt alle meine Ansprüche, die ich als durchschnittlicher User habe. Ich kann Briefe schreiben, meine Fotos mit einem kalibrierten Bildschirm bearbeiten (auch RAWs entwicklen), E-Mails schreiben und im Internet surfen. Das alles fast kostenlos (ich habe dem Team eine Spende zukommen lassen) und fast ohne großen Stress. Stress gibt es nur dann, wenn etwas nicht so will, wie ich es mir denke. Dann muss ich Google oder das Ubuntu-Wiki bemühen und nach Lösungen für mein (meistens selbst gemachtes/gedachtes) Problem suchen. Und irgendwie hat bisher immer noch alles geklappt.

Aber manchmal, ja manchmal wünsche ich mir, die vielen fleißigen Entwickler all dieser Distributionen würden ihr Know-How mal zusammenwerfen und so was richtig „tolles“ machen, anstatt sich in dieser Vielstaaterei zu verzetteln. Eine Hardwareerkennung, die auch wirklich die benötigten Treiber installiert, eine Erkennung von Sensoren, die auch wirklich anzeigen, was im Rechner vorgeht.

Beispiele:

  • Das Notebook meiner Nachbarin hat ein frisches Linux Mint bekommen. Das WLan funktioniert aber nicht. Ein lspci zeigt an, dass der Chip erkannt wird. Ein kurzes Googlen fördert den passenden Befehl zu Tage, mit dem die Treiber installiert werden. Meine Nachbarin wäre schon am lspci im Terminal gescheitert.
  • Mein alter AMD-Rechner (mit E-450 CPU) wurde für den Verkauf bei ebay mit einem Linux Mint ausgerüstet. Es lassen sich zwar in der Taskleiste Sensoren anlegen, die die CPU-Temperatur anzeigen, aber die Lüfterumdrehung tuts nicht. Ich kann zwar drauf verzichten, aber…
  • Ein sehr gut erhaltener Canon-Scanner findet seinen Weg zu ebay, weil er von SANE nicht unterstützt wird. Gut, ein ebenfalls guter Canon LIDE 200 fand über ebay seinen Weg zu mir und funktioniert, weil ich mir vorher die Liste der unterstützten Scanner angeschaut habe.

Viele dieser Probleme werden damit zusammenhängen, dass die Geräte „Closed Shop“ sind, und sich Treiber nicht „mal eben“ schreiben lassen. Aber ich gehe davon aus, dass keine der anderen Distributionen das erste und zweite Problem besser gemeistert hätte. Und daher sind sie aus meiner Sicht eben (fast) nutzlos.

Es gibt ein Linux (einen Kernel), welcher durch den Desktop und die beigefügten Programme zum Leben erweckt wird. Beschränkt Euch doch darauf, schöne Desktops zu machen (und dann den 33. MacOS-Clone und den 199. Windows 7-Clone), aber seht zu, dass Lieschen Müller ihren Rechner mit einer eingelegten CD oder einem eingesteckten USB-Stick komplett zum laufen bekommt, ohne ein Studium in Linux absolviert zu haben. Dann hat Linux eine Chance, auf dem Desktop eine größere Rolle zu spielen!

Himbeere mit Wohlklang

Da das analoge Radio wohl über kurz oder lang „abgeschaltet“ werden wird und der Empfang im Esszimmer trotz kleiner Wurfantenne nicht berauschend ist, habe ich vor längerer Zeit ein Dual Internetradio erworben. Leider hat sich diese Investition aus verschiedenen Gründen als Flop herausgestellt. Neben der umständlichen Bedienung und einer (fast) unbrauchbaren Fernbedienung kann dieses „Unding“ nur ganz beschränkt Musik wiedergeben, die vom NAS via UPnP-Server bereitgestellt wird. Bei einer umfangreicheren Sammlung von Musik in den verschiedensten Formaten ein „No-Go“.

Seit einigen Tagen spielt am „Einfachverstärker“ eine Kombination aus einem Raspberry 3, einem DAC von Audiophonics und einem dazu passenden Gehäuse.

Das gesamte Kit kann entweder „fertig“ oder als DIY-Kit bei Audiophonics erworben werden. Der etwas günstigere Preis und die Aussicht, mal wieder etwas „zu basteln“ ließen mich nicht zum Fertiggerät greifen…

Nachdem das Kit (zunächst ohne Netzteil) innerhalb einer Woche bei mir eintraf, konnte ich es innerhalb von ca. 30 Minuten zusammen bauen. Eine microSD-Karte mit dem piCorePlayer hatte ich schon vorbereitet und an meinem Raspi 2 getestet. Der bescheidene Klang des Kopfhörerausgangs war der Grund, einen DAC anzuschaffen. Die Wahl zugunsten des piCorePlayers beruhte auf dem ihm zugrunde liegenden Konzept der Sqeezebox von Logitech. Dadurch können mehrere Player einfach gesteuert und synchronisiert werden. Außerdem (für den WAF ganz wichtig!) kann ein Favorit eingestellt werden, der beim einschalten automatisch wiedergegeben wird. Ideal, um Morgens immer mit WDR 2 „berieselt“ zu werden. Das etwas größere Gerät habe ich wegen der OLED-Anzeige und der Möglichkeit zur Nachrüstung einer IR-Fernbedienung erworben – und damit begannen die Probleme…

Der Lieferung war (und wird auch nicht!) keine Anleitung beigelegt. Es gibt lediglich ein Video des Zusammenbaus auf Youtube. Insbesondere die Ansteuerung des Displays erweist sich dabei als Stolperfalle, da der Raspi vom DAC mit Strom versorgt wird und die am DAC herausgeführten Steckerleiste eine andere Belegung hat, als die GPIO des Raspi. Für diejenigen, die den Nachbau erwägen hier einige Informationen:

  • Für den Betrieb des Displays müssen einige Extensions installiert werden: nano, python, wiringpi, python-rpi gpio und python 3.4
  • Für den beleuchteten Schalter gibt es eine Extension von Audiophonics, die direkt aus dem sourceforge repository geladen werden kann
  • Die Belegung der GPIO-Pins für das Display ist: OLED_DB4=25, OLED_DB5=24, OLED_DB6=23, OLED_DB7=27, OLED_RS=7, OLED_E=8
  • Da der PiCorePlayer das Betriebssystem nach dem Start in das RAM lädt (dadurch wird die SD-Karte nicht durch Schreibzugriffe „abgenudelt“) müssen bei jeder Änderung an den Skripen die Änderungen mittels „Backup“ von der Mainpage gesichert werden, damit sie beim nächsten Start noch vorhanden sind!

Hilfreiche Beiträge fand ich hier:

Sollten noch Fragen auftauchen… Bitte einen Kommentar hinterlassen.

 

Der Siemens Reparatur-Basar

Letzte Woche hat der Geschirrspüler (Vollintegriert, Modell SX66M095) in unserer Küche seinen Dienst eingestellt. Nach knapp 4 1/2 Jahren weigerte er sich, das Geschirr mit der vorgesehenen Temperatur zu spülen und anschließend zu trocknen. Das Display zeigte den Code „E:09“.

e09Google kannte den Fehlercode schon, was in mir eine böse Ahnung aufsteigen ließ… Es gibt Berichte und Tipps in Elektroforen und ein Video auf Youtube, welches den Fehler erläutert und die Reparatur beschreibt. Defekt ist in diesem Fall der Durchlauferhitzer; eine kleine „Röhre“ im Unterbau des Gerätes, die für das heiße Spülwasser zuständig ist. Nach der ersten Verärgerung habe ich beschlossen, den Werkskundendienst zu bemühen – eine Reparatur zum Preis von rund 250 EUR könnten wir finanziell bestimmt verkraften…

Heute erschien der freundliche Mitarbeiter des Werkskundendienstes. Er schraubte die untere Blende des Gerätes ab, prüfte kurz mit dem Multimeter den Durchlauferhitzer auf Durchgang und stellte fest: „Durchlauferhitzer defekt!“.

Nach einem kurzen Blick in sein Laptop bot er mir an, den Durchlauferhitzer zum Preis von 359 EUR zu tauschen. Da das Gerät vor vier Jahren wohl 600 bis 800 EUR gekostet haben dürfte (wir haben für die Küche einen  Komplettpreis bekommen, den genauen Preis des Gerätes kann/will ich also nicht mehr feststellen) entspricht das ungefähr der Hälfte des Neupreises! Ich lehnte dankend ab und verwies darauf, dass die Küche komplett mit Siemens Geräten ausgestattet ist (Kühlschrank, Waschmaschine, Backofen, Dampfbackofen, Induktionsfeld, Dunstesse und eben Spülmaschine). Außerdem wäre es wohl kein gutes Zeichen, wenn eine Google-Suche an erster Stelle Beiträge über defekt Durchlauferhitzer in diesem Gerät anzeigen würde. Nach einer kurzen Diskussion über die Sinnhaftigkeit und Aussagekraft einer Google-Suche sank der Preis für die Reparatur nach einem Blick des Mitarbeiters auf sein Handy (!!) auf 299 EUR.

Ich besprach mich kurz mit meiner Frau; gemeinsam beschlossen wir, in die Spülmaschine kein Geld zu investieren, da sie vom Spül-Ergebnis (z.B. was die Trocknung des Geschirrs und die Sauberkeit des Bestecks in der Besteckschublade angeht) nicht an das Ergebnis der Miele-Maschine herankommt, die wir beim Kauf der Küche meinem Neffen geschenkt hatten. Als ich dem Mitarbeiter dies mitteilte sank der Preis nach einem erneuten Blick auf sein Handy (!!!) auf nunmehr 249 EUR… Da unser Entschluss gefasst war, habe ich mir ein weiteres „Feilschen“ erspart. Der Preis des Ersatzteils liegt lauf Forenbeiträgen bei rund 105 EUR. Falls der Einbau für einen Techniker in ca. 30-45 Minuten zu schaffen ist, hätte Siemens zu dem Ersatzteil noch einmal rund 150 EUR für eine knappe Monteurstunde eingestrichen. Und ich hätte ab sofort darauf gewartet, wann der neue Durchlauferhitzer wieder seinen Geist aufgibt. NEIN Danke! Die 79 EUR Kostenpauschale habe ich gerne überwiesen, sie haben mir einen sehr tiefen Einblick in das Qualitäts- und Serviceversprechen der Firma Siemens ermöglicht.

Am Nachmittag hat ein örtlicher Händler der Expert-Gruppe das Rennen gemacht. Wir haben uns (wieder) für einen Geschirrspüler der Marke Miele entschieden. Das neue Gerät wird geliefert und angeschlossen (inklusive Montage der Möbelfront). Das der Preis der neuen Maschine um einiges über dem der Siemens liegt, hat uns letztlich nicht geschreckt, da wir (in Gedanken) erst einmal 250 EUR für die „gesparte“ Reparatur abziehen und in den letzten 40 Jahren keine schlechten Erfahrungen mit Produkten der Firma Miele gemacht haben. Bei uns und im Bekanntenkreis stehen Waschmaschinen und Trockner, die seit 30 Jahren ohne Probleme laufen. Wir glauben mal fest daran, dass wir jetzt eine bessere Wahl getroffen haben.

PS: Siemens bietet an, bei einem Gerätekauf (also wieder ein Geschirrspüler von Siemens…) von den 79 EUR Kostenpauschale satte 31 EUR zu erstatten! Der freundliche Händler hat ohne mit der Wimper zu zucken einen Nachlass von 100 EUR auf den UVP gewährt (was bei Miele sehr viel ist!) und bietet dafür einen Vollservice an! So waht the f**** sollen dann 31 EUR Erstattung?

Linux Mint 18 „Sarah“ Beta angetestet

Seit dem 9. Juni ist die Beta von Linux Mint 18 verfügbar:

Linux Mint; Mate-DesktopNeben dem Umstieg auf die Kernel-Version 4.4.0.21 funktionieren jetzt auch Touchpads besser (getestet mit meinem Logitech T-650 Touchpad) und endlich lässt sich auch die Apple Bluetooth-Tastatur und das Trackpad nicht nur pairen, sondern auch benutzen…

Apple-Bluetooth Devices lassen jetzt pairen und benutzen

Apple-Bluetooth Devices lassen jetzt pairen und benutzen

Unter Linux Mint 17.3 konnte man beide zwar problemlos pairen, aber nach einiger Zeit verlor der Rechner die Verbindung und man konnte weder die Tatatur, noch das Pad benutzen.

Da ich auf einen produktiven Rechner angewiesen bin, werde ich allerdings noch bis zum offiziellen Release warten, bis ich die neue Version installieren werde.