Ochsenbacken Sous-Vide

Als Freund des Sous-Vide Garens, auch „Kochen in der Badewanne“ genannt, gibt es immer wieder etwas neues zu entdecken. Besonders interessant sind Gericht, die im Normalfall als klassische Schmorgerichte zubereitet werden. Dabei wird ein Fleischstück zuerst scharf angebraten und dann über einen langen Zeitraum bei milder Hitze gegart. So werden Fleischstücke zubereitet, die langfaserig und bindegewebsreich sind. Ein klassisches Beispiel sind Ochsenbacken (Rinderbacken), die „normal“ gebraten zäh und unkaubar wären.

Einer der Grundsätze des Sous-Vide Garens ist:

Was kurz gebraten wird, kommt kurz in das Wasserbad, was lange gebraten (geschmort) wird, kommt lange in das Wasserbad.

Während also ein Steak als klassisches Stück zum Kurzbraten mit einer Wassertemperatur, die dem gewünschten Gargrad entspricht, nur abhängig von seiner Dicke zubereitet wird, werden andere Stücke (wie eben Ochsenbacken) bei einer bestimmten Temperatur für lange Zeit zubereitet. Hilfreiche Hinweise enthält das Handbuch von Douglas Baldwin externer Link, das Anfängern hierzu Hilfestellungen gibt.

Am letzten Freitag habe ich beim Markthändler meines Vertrauens Ochsenbacken entdeckt. Zwei der schönen Stücke mit knapp einem Kilo habe ich erstanden.

Ein passendes Rezept schlummerte seit längerem auf meiner Festplatte. Hier einige der Arbeitsschritte, eine Zusammenfassung findet sich am Ende dieses Beitrages.

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Wirsing-, Kohlrouladen, Krautwickel oder so – my way

Vor meinem geistigen Auge lagen vor einigen Tagen plötzlich Wirsingrouladen mit einer herzhaften Hackfüllung und einer schönen dickflüssigen Sauce auf einem Teller und riefen mir zu: „Schneid mich an! Iss mich!“.

Da konnte ich nicht anders und habe einen schönen Kopf Wirsing im Supermarkt und Hack vom Metzger des Vertrauens organisiert und mich in die Küche gestellt. Wie ein Wirsing aussieht solltet ihr alle wissen, wie gewürzte und verknete Hackmasse aussieht ebenfalls. Ich steige gleich mit den wesentlichen Vorbereitungen ein. Für den Nachbau steht die Zutatenliste am Ende des Beitrages.

Zuerst wurde der Wirsing von den äußeren Blättern befreit, die mit einem beherzten Schnitt die Blattachse lassen mussten. Dann wurden die Blätter für 1 1/2 Minuten in heißem Wasser blanchiert.

Dadurch lassen sich sich falten und rollen ohne zu reißen! Nach dem Wasserbad wurden sie mit kaltem Wasser abgeschreckt. Das erhält die schöne grüne Farbe

Dann habe ich die Blätter nach Größe sortiert (immer ein „ganz“ großes und ein kleineres) und ausgebreitet

Die Finger waren mit der Hackmasse verklebt, daher kein Foto, sondern nur das Ergebnis der „Rollerei“

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Darf man sich über „Kundenservice“ lustig machen? [Update]

Eine große Elektronikkette hat mit ihrem Werbespruch „Geiz ist geil“ den Geist (Geiz) der Zeit geprägt. Deutsche Verbraucher jagen dem Schnäppchen hinterher und versuchen möglichst billig (nicht preiswert!) an Waren und Dienstleistungen zu kommen. Da zählt der Preis und die dafür zu erhaltende Menge. Neben Lebensmitteln bei denen man sich fragen muss, unter welchen Bedingungen diese produziert wurden, zählt auch bei Dienstleistungen nur, was der Anbieter dafür verspricht und welchen Preis er dafür erhalten möchte.

Da für die Produktion von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen bestimmte Fixkosten (Wareneinsatz, Einsatz von Technik, Einkauf von Dienstleistungen bei Vorlieferanten etc.) anfallen, kann man in der heutigen Zeit nur noch beim Einsatz menschlichen Schaffens (Personalkosten) etwas einsparen.

Wer kennt nicht die Horrorgeschichten von nicht erreichbaren Hotlines und automatisch abgewickelten „Geschäftsvorfällen“, die (für den Kunden) zu einem Desaster werden. Das menschliche Gegenüber oder die automatisch ablaufenden Prozesse verstehen nicht, was der Kunde letztlich will oder wollte.

(Genug der Vorrede!) Als langjähriger (relativ) zufriedener Kunde der Firma Fonic (ehemals ein Teil von O2, jetzt zum Telefónica-Konzern gehörend) hatte ich dort eine Tages-Flatrate für mein Notebook mit UMTS-Modem gebucht. Nach der wundersamen Einschränkung der damit zur Verfügung gestellten Datenmenge (siehe hier) erfolgte irgendwann eine Reduzierung des Preises auf 1,99 ER für jeden Nutzungstag.

Da ich das Notebook für berufliche Zwecke nicht mehr nutze, fielen natürlich auch seit längerem keine Kosten mehr an. Dies nahm Fonic zum Anlass, den Vertrag per E-Mail zu kündigen. Ich bestätigte die Kündigung schriftlich und bat um Überweisung des Guthabens auf mein Konto. Diese Kündigung wurde mir per E-Mail bestätigt. Knapp eine Stunde später erhielt ich dann eine „Bestellbestätigung“ über einen Fonic-Classic-Vertrag…

Da das Geschäftsgebaren von solch großen Konzernen natürlich nie durchschaubar ist, rief ich die Fonic-Hotline an, um zu klären, was ich denn nun bestellt habe. Die freundliche Mitarbeiterin erklärte mir, dass es sich um einen automatischen Prozess handelt; ich müsste mir keine Gedanken machen, da ich keinen Vertrag abgeschlossen hätte. Da Gespräche mit Hotlines zwar aufgezeichnet werden, aber im Zweifelsfall diese Aufzeichnung nicht zum Vorteil der Kunden verwertet werden, habe ich unter Verwendung des vorbereiteten Widerrufsformulars die Bestellung widerrufen. Die automatisch generierte E-Mail klärte mich darüber auf,

dass aufgrund einer erhöhten Anzahl von Anfragen die Beantwortung Ihrer E-Mail bis zu einer Woche dauern kann.

Schon am nächsten Tag erhielt ich eine E-Mail, in der mir der Widerruf bestätigt wurde.

Wir haben den Sachverhalt eingehend prüfen und teilen mit, dass es sich bei der zugestellten E-Mail um einen technischen Fehler handelt, welcher automatisiert den Versand der vorbezeichneten E-Mail ausgelöst hat.

Auch die von mir erbetene schriftliche Bestätigung der Kündigung ist zeitgleich bei mir eingegangen. Also ist alles „im Lack“… Oder doch nicht? Denn am heutigen Tag erhielt ich erneut eine Mail von Fonic:

Lieber Herr Karn,

Sie nutzen FONIC nicht mehr aktiv, das bedauern wir sehr.

Wie bereits angekündigt, erfolgt hiermit die Kündigung Ihres FONIC Mobilfunkvertrags mit der Rufnummer 0176/9696XXXX entsprechend Ziffer 10.1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit einer Frist von einem Monat.

Ab dem Zeitpunkt der Kündigung können Sie mit Ihrer SIM-Karte weder telefonieren noch angerufen werden.

Nun denn: wenn so viele automatisierte Prozesse dafür sorgen, dass ein Vertrag mit einem Kunden beendet wird, sollte ja nichts mehr schief gehen! Ich warte mal ab, wann ich die nächste Mail von Fonic erhalte – vielleicht will man mich ja doch als Kunden behalten…

Eine Alternative zur Fonic-Tagesflatrate wäre übrigens die „Data Start S“ der Telekom, die für täglich 2,95 EUR 500 MB an Datenvolumen bietet und das in einem Netzt, welches wirklich LTE bereitstellt und Daten überträgt 😉

Zum Abschluss einige Sätze von John Ruskin, die bereits andere Stelle zitiert wurden:

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

Fonic hat am 12.10. das Guthaben der Karte auf mein Konto überwiesen! Jetzt warte ich mal, ob in ein paar Wochen noch ein „Pfand“ für die nicht zurück gesandte SIM-Karte verlangt wird…

„Wir werden Sie jagen.“ [Update]

Und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen!“ externer Link

So ein Herr Gauland von der AfD nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen.

Mich graust es jetzt schon vor den kommenden vier Jahren. Mein Kopf schmerzt schon vom vielen schütteln…

[Update 27.9.2017] Auch die noch amtierende Arbeitsministerin Andrea Nahles versucht sich im „verbalen Armdrücken“:

„Ein bisschen wehmütig – und ab morgen kriegen sie in die Fresse.“

sagte sie, als sie nach der letzten Kabinettssitzung gefragt wurdeexterner Link

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen (…) ausgeübt.

So bestimmt es Artikel 20 Abs. 2 des Grundgesetzesexterner Link

Heute ist der Tag der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag und die Menschen in diesem Land können von diesem Recht Gebrauch machen. Sie können – wie es der scheidende Bundestagspräsident, Prof. Dr. Norbert Lammert, formulierte – „von ihrem vornehmsten Recht“ Gebrauch machen.

Unentschlossene können sich durch den Wahl-O-Mat externer Link beraten lassen. Diese Webseite fragt insgesamt 38 Thesen ab, die dann mit den Programmen/Aussagen/Zielen der zur Wahl stehenden Parteien verglichen werden. Das Ergebnis zeigt, welche Partei den eigenen Ansichten „am nächsten“ kommt. Sicher eine gute Hilfe, angesichts der nichts-sagenden Wahlplakate, mit denen unsere Städte in den letzten Wochen zugepflastert wurden.

Wer den Fokus auf die digitale Welt legt, kann sich durch den Digitalomat externer Link beraten lassen.

Beide Angebote werden von politisch unabhängigen Institutionen bereitgestellt, eine parteipolitische Beeinflussung ist aus meiner Sicht nicht zu befürchten…

Ansonsten gilt wie bei allen Wahlen: Wählen gehen! Es ist unser Recht (und aus meiner Sicht auch die Pflicht), durch die Abgabe der Stimme(n) über die Zukunft unseres Landes mitzubestimmen.

Und die Wahllokale haben heute bis 18:00 Uhr geöffnet!