geschrieben
am 27. Juli 2010,um 20:54,
von Reinhold,
in
Leben.
Die Loveparade in Duisburg, die mit dem Tod von 20 Menschen, dem Leiden der über 500 Verletzten -sowohl körperlich als auch psychisch- und dem Schmerz der Hinterbliebenen am Samstag einen traurigen “Höhepunkt” des Kulturhauptstadtjahres Ruhr2010 dargestellt hat, wirft die Frage nach der Verantwortung auf. Damit meine ich jetzt nicht die strafrechtliche Verantwortung, sondern die moralische.
- Anstand zu haben hätte für die Verantwortlichen bedeutet, in der Pressekonferenz von einer (vorschnellen? bewusst falschen?) Darstellung Abstand zu nehmen. Die Behauptung, die Toten wären alle bei Stürzen (wahlweise von der Treppe oder von Masten) verstorben ist -wie sich heute herausstellt- eine Lüge. Was hat also den stellvertretenden (kommissarischen) Leiter der Duisburger Polizei dazu bewegt, diese Aussage zu verbreiten?
- Anstand zu haben hätte auch für den Veranstalter bedeutet, den Forderungen der Ordnungsbehörden Folge zu leisten und ausreichende Fluchtwege auszuweisen (statt 440 Meter sollten es nur 155 Meter sein) und so auf den Platz für einige junge Leute und den dadurch zu machenden Umsatz zu verzichten
- Anstand zu haben hätte vielleicht auch bedeutet die Feier entweder (so denn möglich) anders auszurichten oder wegen der nicht zu gewährleistenden Sicherheit der TeilnehmerInnen ganz abzusagen…
Politiker müssen sich nicht wundern, dass immer mehr Menschen sich von der Politik abwenden! Hier wird vorgelebt, wie man mit einer genügend großen Portion Kaltschnäuzigkeit und dem ewigen Mantra von “es lag ein tragfähiges Sicherheitskonzept vor” und “wir wollen den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen” versucht zu verschleiern, dass im Vorfeld der Loveparade städtische Bedienstete unter Druck gesetzt wurden und letztlich die erforderliche Genehmigung ausgestellt haben (ausstellen mussten)! Auf zwei Seiten (!!!) werden die “Auflagen” für die Veranstaltung niedergelegt, unterschrieben und dann ist gut. Für jede noch so winzige Veranstaltung werden von den Ordnungsbehörden zig Seiten Auflagen standardmäßig ausgedruckt – hier reichen zwei Seiten…
Nachdem jetzt schon festgestellt wird, dass “die Verantwortlichen” wegen fahrlässiger Tötung höchstens mit einer Verurteilung zur Bewährung zu rechnen haben
, lässt sich schon absehen, wie die strafrechtliche Abrechnung der Loveparade 2010 aussehen wird: die “Verantwortlichen” in der Genehmigungsbehörde (Stadt Duisburg) werden symbolisch verurteilt, Herr Sauerland wird natürlich nicht belangt werden, Herr Schaller wird mit dem Vermögen seiner McFit-Kette haften dürfen und der Einsatzleitung der Polizei wird wohl bescheinigt werden, angesichts der Lage richtig gehandelt zu haben.
Bis dahin wird auch die Wut verflogen sein; nur die trauernden Hinterbliebenen und die durch die Erlebnisse gezeichneten werden sich jeden Tag schmerzlich an die Loveparade 2010 in Duisburg erinnern.
PS: Ich verzichte jetzt darauf, alle obigen Aussagen zu verlinken. Quellen: Pressekonferenz am Sonntag (s. unten), Bericht über die Kabinettssitzung von heute, Meldungen auf derwesten.de
Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 25. Juli 2010,um 16:02,
von Reinhold,
in
Leben.
Wer den gestrigen Tag über die Meldungen in den Tickern, dem Radio und dem Fernsehen verfolgt hat, kann sich bestimmt noch erinnern, dass von Toten im Tunnel (“es lagen vier, fünf Leute übereinander!) berichtet wurde. Der Polizeipräsident von Duisburg, Detlef von Schmeling, sagt allerdings in der Pressekonferenz, dass die Toten von der über den Tunnel führenden Überführung abgestürzt und an den Folgen dieses Sturzes verstorben sind. Die Bilder, die man gestern sehen konnte, zeigten (zumindest teilweise) etwas ganz Anderes…
Wer mag, kann sich die Pressekonferenz auf den Seiten des WDR ansehen
, so lange sie noch online verfügbar ist. Bei den “Erklärungsversuchen” der dort vertretenen Veranstalter etc. kann einem ganz anders werden!
Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 24. Juli 2010,um 20:57,
von Reinhold,
in
Leben.
Eine “Metropolregion” mit über 5 Millionen Einwohnern sollte es doch schaffen, einen Event, wie die Loveparade zu organisieren. Denkt man, aber wird eines Besseren belehrt…
Heute Nachmittag sind in Duisburg (mindestens) 15 17 18 19 20 Menschen gestorben
, als es zu einer Massenpanik auf dem Gelände der Loveparade kam. Fernsehen und Online-Dienste
berichten, dass der einzige Zugang zum Festivalgelände nur durch einen Tunnel zugänglich war. Gedacht war daran, die Besucher nicht über die Gleise der Bahn und die angrenzende A 59 laufen zu lassen, sondern auf festgelegten Wegen und eben durch diesen Tunnel auf das Gelände des ehemaligen Duisburger Güterbahnhof zu geleiten. Hinein- und hinaus drängende Menschen haben sich aber in diesem Tunnel gegenseitig tot getrampelt… [Update] Nach den Aussagen auf der Pressekonferenz hat es offensichtlich keine Massenpanik gegeben, sondern die (?) Verunglückten sind von der Überführung oberhalb des Tunnels abgestürzt. Darauf weisen offensichtlich die Verletzungen (“Rückenmarkverletzungen”) hin…[Update]
Dass das Gelände für ca. 500.000 Menschen “ausreichen” sollte, aber mindestens 1 Million Besucher erwartet wurden, hat schon im Vorfeld viele verwundert. Nun beginnt das “stochern im Nebel” und die Suche nach der Ursache (und letztendlich nach den Verantwortlichen) für diese Tragödie. Abgesehen von den “ewigen Besserwissern”, die jetzt schon den Kopf des Duisburger Oberbürgermeisters fordern, wird sich in den nächsten Tagen wohl zeigen, wo die Planung wirklich versagt hat. Ich vermute, dass den Verantwortlichen ein Organisationsverschulden
nicht nachgewiesen werden kann… Hier ein schönes Beispiel zu den Verhältnissen in Berlin und Duisburg
.
Ich drücke denen, die jetzt am Duisburger Hauptbahnhof stehen, die Daumen, dass sie heile nach Hause kommen und sich dort nicht wieder etwas ereignet. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten, die eigentlich nur etwas Spaß haben wollten…
[Update]Nachdem sich die Zahl der Toten mittlerweile auf 19 und die Zahl der Verletzten auf 342 erhöht hat, beginnt die Aufarbeitung dieses schrecklichen Ereignisses mit den ersten Fragen
, die sich schon gestern Abend viele gestellt haben. Eine Strafanzeige wurde bereits gestellt und die Staatsanwaltschaft hat die Unterlagen der Stadtverwaltung beschlagnahmt. Während der “Panikforscher”, Professor Dr. Michael Schreckenberg
sein “Sicherheitskonzept” noch verteidigt, wird nun bekannt, dass Polizei und Feuerwehr bereits vorher vor den Risiken des begrenzten Zugangs zu dem Geände gewarnt haben
.[Update]
Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 18. Juli 2010,um 17:58,
von Reinhold,
in
Leben.
Als einer der Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres 2010 fand heute das “Still-Leben Ruhrschnellweg” auf der Autobahn A 40 statt. Der ehemalige Ruhrschnellweg, der unter denen, die ihn täglich nutzen müssen, als “Ruhrschleichweg” gehandelt wird, gehörte heute den Fußgängern, Skatern, Radfahrern und denen, die sich und ihre Kultur, Hobbys, ihren Verein etc. präsentieren durften. Von 11:00 bis 17:00 Uhr fand eines der größten Volksfeste im Ruhrgebiet auf der A 40 statt. Dort, wo sonst Autos stehen, standen heute Tische und Bänke – und oftmals der “Verkehr” auf der Mobilitätsspur. Ich hatte mir zwar vorgenommen, bis nach Wattenscheid oder Gelsenkirchen zu radeln, aber es war teilweise kein Durchkommen. An den Anschlussstellen “stauten” sich die Menschenmassen auf der Mobilitätsspur und “nichts ging mehr”. Gegen 13:00 Uhr wollten die Verantwortlichen die Zufahrten sperren, weil sie eine Massenpanik befürchteten; Gott sei Dank ist wohl nichts schlimmeres passiert. Ein Lob an die Organisatoren dieses Events! Das schreit nach Wiederholung!



Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 15. Juli 2010,um 19:40,
von Reinhold,
in
Technik.
Noch bevor Apple eine Pressekonferenz zu den Empfangsproblemen des neuen iPhones
(iPhone 4) am kommenden Freitag abhält, wird seit heute Abend ein Update über iTunes verteilt:

Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 14. Juli 2010,um 20:25,
von Reinhold,
in
Leben.
Passend zu den bevorstehenden Ferien in NRW sind jetzt offensichtlich die Fahrrad-Leihstationen genannt “Metroradstation” in Bochum fertig gestellt worden. Eine befindet sich direkt vor dem Bochumer Rathaus:

Ich bin dann mal gespannt, ob die Räder genutzt werden und wann die ersten Vandalen sich daran begeben, die Räder zu zerlegen (zumindest die Sattelstütze lässt sich dank Schnellspanner recht gut entfernen).
Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 9. Juli 2010,um 17:37,
von Reinhold,
in
Leben.
Als Aktion anlässlich der Kulturhauptstadt 2010 wurden in der Bochumer Innenstadt bis zum 30.6. einige Werke der Wittener Künstlerin Christel Lechner
aufgestellt. Den Dr.-Ruer-Platz zierte die Polonaise
, das Vordach des Kaufhaus Baltz wurde von den Duschern
bevölkert. Vor dem Gerichtsgebäude tanzten diese netten Menschen:

Nachdem die Installationen jetzt wieder abgebaut wurden, merke ich, dass diese lustigen Figuren doch in der Innenstadt fehlen…
Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 5. Juli 2010,um 18:48,
von Reinhold,
in
Leben.

Kurz vor dem Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Argentinien flogen diese beiden Ballons über Bochum hinweg…
Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 26. Juni 2010,um 17:55,
von Reinhold,
in
Leben.
Samstag Mittag, 11:58 Uhr: nur mal schnell zum REWE “um die Ecke” fahren und ein paar Getränke für das morgige Achtelfinale kaufen… Der Pfand-Flaschen-Annahme-Automat ist stark belagert. Fünf Leute stehen vor mir und mein Gedanke ist: “Das Grillfest am Wochenende wird vom Pfandgeld bestritten!”. Unter anderem stehen hier drei junge Leute, die gleich drei Einkaufswagen mit Tragetaschen voller Pfandflaschen beladen haben, eine junge Dame mit einem blauen Müllsack (geschätzte Größe ca. 100 Liter) voller Flaschen und einer gut gefüllten Klappbox, sowie ein Herr mit mehreren Tragetaschen voller Flaschen. Die drei jungen Leute erlösen genau 16 EUR – bei 8 Cent je Pfandlasche (es waren Glasflaschen – hauptsächlich Bierflaschen) macht das 200 Flaschen – und für mich gefühlte 2 Stunden in der Schlange. Ich habe nur zwei Kästen und bin “natürlich” nach gefühlten 10 Sekunden “fertig”. Trotzdem bin ich um 12:40 wieder zu Hause; schlappe 42 Minuten später bei einer Fahrzeit von unter 4 Minuten.
Ich liebe den bevorstehenden Monatsanfang bzw. das Monatsende ohne Geld und die Idee, das angesammelte Leergut des letzten Monats ausgerechnet am Samstag Mittag einzulösen.
Diesen Beitrag drucken
geschrieben
am 21. Juni 2010,um 18:24,
von Reinhold,
in
Technik.
Heute hat Apple die auf der WWDC angekündigte Version 4.0 des “Telefon-Betriebssytems” IOS über die Update-Funktion von iTunes zur Verfügung gestellt. Da ich (meistens) ein mutiger Kunde bin, habe ich die neue Version installiert. Nach knapp 10 Minuten war das Update erledigt. Apps oder Inhalte auf meinem iPhone 3GS sind dabei nicht verloren gegangen oder “beschädigt” worden.
In´s Auge fallen die neuen Einstellungsmöglichkeiten zum eingebauten GPS des Telefons. Man kann nun für jede App, die die GPS-Funktion benutzt einstellen, ob sie das darf und erkennt am kleinen “Richtungspfeil” neben dem Schieber, ob die Funktion in den letzten 24 Stunden benutzt wurde:
Apps lassen sich jetzt in Ordnern zusammen fassen – eine Erleichterung für die, die bei der Installation bzw. im App-Store als “Jäger und Sammler” unterwegs sind. Dazu wird in der “Verschiebefunktion” eine App auf eine andere gezogen. Danach wird ein Name für den Ordner vorgeschlagen, der der Kategorie aus dem App-Store entspricht. Natürlich kann man den Namen ändern. Rückgängig gemacht wird der Ordner einfach dadurch, dass man die Apps wieder auf den normalen Screen zieht.
Ebenfalls neu ist der Zoom für die eingebaute Kamera. Der Schieberegler erscheint, wenn man bei laufender Kamera-App einfach auf den Bildschirm tippt. Hier ein paar Screenshots.



Diesen Beitrag drucken